Wieder mal mit Pit zusammen haben wir eine Tour in Mittelamerika, ausgerichtet von Maja-Moto-Tours gebucht, um mit Einzylinder-Enduros auf der Panamericana und abseits der Straßen zu fahren.
Wir starteten in Honduras [74] in San Pedro Sula, einer hässlichen Stadt mit hoher Kriminalitätsrate und führte uns am Lago de Yohoa vorbei in die Berge zu einer Lodge im Nationalpark Cerro Azul Meamber. Dort konnten wir einen schönen Wasserfall und viele Kolibris sehen. Über Danil fuhren wir zur Grenze nach Nicaragua [75].
Grenzübergänge in fernen Ländern sind immer wieder eine Herausforderung, die dem Reisenden sehr viel Geduld abverlangt. Grenzabfertigungen, wie ich sie sonst nur in Afrika oder wie hier in Mittelamerika erlebt habe, fand in in Europa nur an der Grenze zu Belarus. Das sollten all diejenigen mal mitmachen, die sich über fehlende Grenzkontrollen in der EU ereifern. Die Grenze nach Nicaragua hat etwa 3-4 h benötigt, viele Tage später hatten wir für den Rückweg 5-5h gebraucht.
Nicaragua ist ein armes Land mit viel Viehzucht und vielen Pferde- Esel und Ochsenfuhrwerken auf den Straßen. Wie auch in Honduras oder Costa Rica [76] sind die meisten Häuser, Garagen oder Hofeinfahrten vergittert, offensichtlich zur Abschreckung für Einbrecher. Dafür sind die Landschaften mit Vulkanen und viel Regenwald sehr schön.
Das Fahren auf der Panamericana (CA-1) mag touristisch interessant sein, ist aber totlangweilig und äußerst gefährlich, weil ein großer Teil der Verkehrsteilnehmer nicht Autofahren kann und unachtsam oder gar sehr waghalsig unterwegs ist.
Costa Rica ist komplett auf vorwiegend amerikanischen Tourismus eingestellt, was sich im höheren Lebensstandard der Bevölkerung, aber auch in den teilweise sehr hohen preisen niederschlägt. Dafür sind die Strände am Pazifik – wie in Samara auf der Halbinsel Nicoya – paradiesisch schön und Cocktails gibt’s auch. Dort hatten wir unseren einzigen Motorradfreien Tag.
Insgesamt wäre uns weniger Panamericana und mehr Schotterstraßen und Pisten lieber gewesen. Die 3.300 km waren wie Urlaub, ohne echte Anstrengung. Aber die üppige Fauna und Flora und die vielen Eindrücke vom Leben im Mittelamerika entschädigten uns und der Strand an der Pazifikküste war traumhaft.